Microsoft Lizenzierung Archive - Daniel Gutermuth https://danielgutermuth.de/tag/microsoft-lizenzierung/ IT Blog Wed, 16 Feb 2022 00:12:24 +0000 de hourly 1 Microsoft Partnerschaft Lizenzen (MPN) https://danielgutermuth.de/sonstiges/microsoft-partnerschaft-lizenzen-mpn/ Wed, 16 Feb 2022 00:12:22 +0000 https://danielgutermuth.de/?p=1193 Für viele Unternehmen sind Lizenzen aus der Microsoft Partnerschaft „geschenkte“ Lizenzen. Schaut man sich die nüchternen Zahlen an, so erscheint eine jährliche Gebühr von 1.600€ [...]

Der Beitrag Microsoft Partnerschaft Lizenzen (MPN) erschien zuerst auf Daniel Gutermuth.

]]>
Für viele Unternehmen sind Lizenzen aus der Microsoft Partnerschaft „geschenkte“ Lizenzen.

Schaut man sich die nüchternen Zahlen an, so erscheint eine jährliche Gebühr von 1.600€ für eine Silber-Partnerschaft bzw. 3.800€ für eine Gold-Partnerschaft um einiges attraktiver als viele tausende Euro an Kosten für normale Kauflizenzen.

Lizenzen aus dem Microsoft Partnerprogramm sind aber kein Allerheilsmittel zur Reduzierung von Lizenzkosten, sondern führen in vielen Bereichen zu mitunter gravierenden Einschränkungen.

Dieser Beitrag erhebt keinen Anspruch auf die Richtigkeit. Bei Fragen immer an Microsoft wenden!

Grundregeln

  • Alle über das MPN Programm bereitgestellten Lizenzen sind nur für die interne Nutzung gedacht
  • Es dürfen weder Kunden (oder sonstige Personen/Entitäten) Zugriff auf Systeme unter dieser Lizenzierungen erhalten, noch Lizenzen aus diesem Kontingent verwenden
  • Systeme unter dieser Lizenzierung dürfen nicht zur Entwicklung von kundenspezifischer Individualsoftware verwendet werden. (u.a. Visual Studio)
  • Lizenzen welche eine aktive Software Assurance (SA) benötigen, dürfen nicht verwendet werden
  • Die Lizenzen dürfen nicht für den Azure-Hybrid-Benefit verwendet werden, da hierfür eine aktive SA benötigt wird

Voraussetzungen

Die enthaltenen Lizenzen sind abhängig vom jeweiligen Partnerstatus und der gewählten Kompetenz.

Unabhängig von der Kompetenz erhält jeder Microsoft Partner sogenannte Core Benefits.

  • Gold Core Benefits ➔ Enthaltene Grundlizenzen für Gold Partner
  • Silber Core Benefits ➔ Enthaltene Grundlizenzen für Silber Partner

Zusätzlich zu den Core Benefits erhalten Partner Lizenzen aufgrund ihrer Kompetenz. Diese Lizenzen unterscheiden sich von Kompetenz zu Kompetenz. Während eine Cloud-Kompetenz hauptsächlich Lizenzen für Azure bzw. Cloudanwendungen enthält, erhalten Partner mit einer Windows and Devices Kompetenz eher on-premise Lizenzen wie Windows Server.

Natürlich sind zur Aufnahme in das Microsoft Partnerprogramm und den Erwerb des Silber- bzw. Gold-Status auch Qualifikationen erforderlich. Dazu müssen, je nach gewählter Kompetenz, eine bestimmte Anzahl an Mitarbeiter entsprechende, offizielle Zertifizierungen ablegen.

Lizenzbeispiele

Hier ein Auszug aus den Core Benefits.

ProduktSilberGold
Microsoft 365 E325100

Als Silber-Partner würde man 25x Microsoft 365 E3 Lizenzen als Prepaid für ein Jahr erhalten. Das alleine hat schon einen Wert ein Wert von ca. 9.450 €

ProduktSilberGold
Windows Server 2019 Standard3264

Betrachtet man die Windows Server Standard Core Benefits bei einer Silber-Partnerschaft, so ergibt sich ein Wert von ca. 1.400 €

Wie bereits erläutert darf der Blick nicht nur „gierig“ auf die enthaltenen Lizenzen fallen, sondern auch auf die Bedingungen die mit diesen verbunden sind. Microsoft hat keinen Grund Lizenzen zu verschenken. Wäre alles so einfach und toll, würde jeder Microsoft Partner werden und keinerlei Lizenzen mehr erwerben.

Vorteile und Nachteile

VorteileNachteile
LizenzkosteneinsparungStrenge Regeln bei den Nutzungsrechten
Große Auswahl an Software und Cloud-Leistungen inkludiertMPN Programmbedingungen können sich jährlich ändern
➔ Lizenzen können jederzeit aus dem Programm genommen werden
➔ Neue Zertifizierungen müssen abgelegt werden
➔ Keine Downgraderechte
Microsoft Partner Support
Außenwirkung durch Microsoft Zertifizierungen
➔ Kundenvertrauen

Wie in der Tabelle zu lesen, gibt es gravierende Nachteile nur auf MPN-Lizenzen zu setzen.

Besonders hervorzuheben ist der hohe administrative Aufwand des Lizenzmanagements.

Durch die strengen Vorgaben (u.a. Internal Use Rights) muss zu jeder Zeit die Lizenztreue gewährleistet sein. Schon der kleinste Verstoß kann mitunter zu drastischen Konsequenzen führen, sollte Microsoft ein Lizenz-Audit durchführen.

Ebenso besteht keine Planungssicherheit.

Microsoft kann die MPN Programmbedingungen jährlich ändern. So können Lizenzen ersatzlos aus dem Programm gestrichen oder auch neue Zertifizierungen verlangt werden.

Zu guter Letzt das Thema Downgraderechte.

Diese fehlen bei Lizenzen aus dem MPN. Für einen Administrator heißt dies, er muss immer die aktuellste Version einer Software verwenden, wenn diese über die MPN-Lizenzen lizenziert ist. Das klassische Beispiel wären Windows Server Lizenzen. Sobald eine neue Windows Server Version in das Partnerprogramm aufgenommen wurde, müssen alle Systeme (innerhalb eines Jahre) auf diese neue Version upgedatet werden. Ein Mischbetrieb von mehreren Versionen unter der MPN-Lizenzierung ist nicht gestattet (keine Downgraderechte).

Fazit

Der Beitrag mag sich wie ein Abgesang auf die Microsoft Partnerschaft lesen – ist es aber nicht!

Die Microsoft Partnerschaft bietet viele Vorteile und öffnet an vielen Stellen auch Türen.

Wenn ein Unternehmen aber einzig wegen Lizenzkosteneinsparung eine Microsoft Partnerschaft anstrebt, dann ist das auf Dauer zum Scheitern verurteilt.

Ja, Microsoft Partnerschaft Lizenzen sind ein sehr guter Benefit, ersetzen aber kein seriöses und zukunftssicheres Lizenzmanagement!

Der Beitrag Microsoft Partnerschaft Lizenzen (MPN) erschien zuerst auf Daniel Gutermuth.

]]>
Microsoft Windows Server Lizenzierung https://danielgutermuth.de/microsoft/windowsserver/microsoft-windows-server-lizenzierung/ Tue, 15 Feb 2022 21:57:48 +0000 https://danielgutermuth.de/?p=1155 Für viele ist die Microsoft Windows Server Lizenzierung ein Buch mit sieben Siegeln. Sobald man sich aber einen Überblick verschafft hat, ist es gar nicht [...]

Der Beitrag Microsoft Windows Server Lizenzierung erschien zuerst auf Daniel Gutermuth.

]]>
Für viele ist die Microsoft Windows Server Lizenzierung ein Buch mit sieben Siegeln. Sobald man sich aber einen Überblick verschafft hat, ist es gar nicht mehr so schlimm.

Dieser Beitrag soll einen groben Überblick in den Lizenzierungsdschungel geben und beschäftigt sich mit der allgemeinen Lizenzierung der Windows Server Standard und Windows Server Datacenter Edition. Die Windows Server Essential Edition wird hier nicht weiter erläutert.

Da jede IT-Umgebung einzigartig ist, muss sie auch so geplant werden. Eine Standardvorlage gibt es nicht. Daher bitte ich das Nachfolgende lediglich als unverbindliche Information zu betrachten.

Allgemeine Informationen

Serverlizenzierung:

Eine Lizenz = Ein Server? ➔ Leider nicht!

Die Lizenzierung erfolgt nach Anzahl der physischen Kerne des Hosts.

  • Jeder physische Prozessor wird mit mindestens acht Kernen gewertet
  • Jeder physische Server wird mit mindestens 16 Kernen gewertet
  • Alle physischen und aktiven Kerne im Server müssen unter Berücksichtigung der Regeln 1 und 2 lizenziert werden
  • Um mit der Standard Edition zwei weitere VM-Rechte zu erhalten, müssen alle physischen und aktiven Kerne erneut nach Regel 1 und 2 lizenziert werden

Hinweis: Betrachtet werden ausschließlich die physischen Kerne. CPU Funktionen wie Hyperthreading / SMT werden nicht berücksichtigt!

Host AHost B
Sockel22
Kerne pro Sockel48
Kerne gesamt816
Zu lizenzierende Kerne1616

Auch wenn Host A nur 8 Kerne besitzt müssen aufgrund der Mindestanforderung trotzdem 16 Kerne lizenziert werden. Es würden so also 8 Kerne „verschenkt“ werden.

Zugriffslizenzen:

Jeder Benutzer (und/oder jedes Gerät) benötigt zum Zugriff auf einen Windows Server Dienst eine entsprechende Zugriffslizenz (CAL). Dieser Dienst kann beispielsweise DHCP, DNS oder auch das Active Directory sein.

  • User-CALs: Ein bestimmter User ist berechtigt, mit unterschiedlichen Geräten auf die Windows Server Dienste zuzugreifen
    • Lizenzierung pro Benutzer
    • Empfohlene Lizenzierungsmethode für die meisten Anwendungsfälle
  • Device-CALs: Ein einzelnes Gerät mit unterschiedlichen Benutzern ist berechtigt auf die Windows Server Dienste zuzugreifen.
    • Lizenzierung pro Gerät
    • Empfohlen wenn ein Gerät von vielen unterschiedlichen Benutzern verwendet wird (z. B. ein PC im Schichtbetrieb)

Hinweis: Auch externe Personen bzw. Geräte welche auf Dienste wie DHCP zugreifen, müssen lizenziert werden! Als Beispiel könnte hierfür ein Gäste-WLAN genannt werden. Meldet ich eine Person mit ihrem Gerät in das Gäste-WLAN ein und dieses erhält eine DHCP-Adresse durch einen Windows DHCP-Dienst, so muss für dieses Gerät eine CAL vorhanden sein.

Unterschied Windows Server Standard / Datacenter

Die Versionen Standard und Datacenter unterscheiden sich nicht nur in der Lizenzierung, sondern auch im erweiterten Funktionsumfang. Besonders bei der geplanten Verwendung als Hyper-V Host sind diese Unterschiede von Bedeutung.

Windows Server 2022 StandardWindows Server 2022 Datacenter
Unlimitierte Anzahl an OSEs unterstütztUnlimitierte Anzahl an OSEs unterstützt
2 OSE Instanzen in der Lizenz inkludiertUnlimitierte Anzahl an OSEs pro Datacenter Lizenz
Jedes weitere OSE-Paar benötigt weitere Standard LizenzenErweitere VM-Funktionalität (Wenn als Hyper-V-Host verwendet)

Zusätzlich überwiegt mit fortschreitender Virtualisierung der Kostenvorteil der Datacenter-Lizenz im Gegensatz zur Standard-Lizenz. (Allgemeine Informationen beachten)

Das untere Beispiel beschreibt die Standard-Lizenzierung eines Hosts mit einem Sockel und 32 Kernen. Die Grundlizenzierung von 32 Kernen beinhaltet 2 OSEs (z. B. VMs). Für jedes weitere OSE-Paar muss nun zusätzlich der komplette Host nachlizenziert werden – also wieder 32 Kerne.

Kostenbeispiel

Anhand eines Beispiels wird schnell deutlich wie unterschiedlich die Lizenzkosten zwischen Standard und Datacenter sind. Ausgangspunkt ist eine gewünschte Abdeckung von insgesamt 240 Kernen.

Standard Lizenzierung
Datacenter Lizenzierung

Während die Standard-Lizenzierung hier mit über 1.000.000 € zu buche schlägt, sind es bei der Datacenter-Lizenzierung „nur“ knappe 70.000 €. Nicht zu vergessen, dass hier bereits eine unendliche Anzahl an OSEs lizenziert sind, während bei Standard jedes weitere OSE-Paar nachlizenziert werden muss!

Der Beitrag Microsoft Windows Server Lizenzierung erschien zuerst auf Daniel Gutermuth.

]]>